Samstag, 30. Januar 2010












Saraswati - Goettin von Weisheit, Musik & Kultur



Samsta
g, 30. Januar 2010 - Me teekhu - I am fine.


Der erste Workshopmorgen war sehr gut. Das ruhige, statische Yoga von Richard (www.yoga-prnayama.de) tut mir sehr gut, erdet mich. Die exakte Ausrichtung der Asanas ist neben dem Atem das wichtigste Element in Richards Stunden. Der Atem zeigt dir ganz genau, wie du dich fuehlst. Der Platz bei Matthias & Claudia (www.yogaindien.ch) in Agonda Beach ist mit Kuhdung natuerlich flach gemacht worden, nach alter indischer Tradition. Um 16:00 gehts dann weiter mit Philosophie, Patanjalis Yogasutras und Gestalttherapie.

Jetzt ist es 13:00 am Mittag und noch zu heiss, um am Strand zu liegen, drum nutz ich die Zeit und schreib...

Die letzten Tage waren voll von schoenen Momenten, ich fuehl mich frei und gut und ganz bei mir. Am ersten Tag in Bombay hab ich Brendon aus Autralien kennengelernt. Er ist 24 und hat Reisen zu seinem Leben gemacht. Er hat mich angesprochen, als ich versuchte herauszufinden, welches denn mein Sitzplatz im Zug ist. Dummerweise hab ich das E-Ticket nicht ausgedruckt und so nirgends eine Information, gehabt, wo in diesen vielen Wagen ich sitzen werde.. Hatte gedacht, der Kondikteur wuerde mir das schon sagen. Tatsaechlich haengen auch an jedem Wagen Listen, auf denen alle Namen vermerkt sind, nur sind diese lang, sowie auch der Zug...

Ich bin dann mit ihm eingestiegen und hab mich einfach irgendwo hingesetzt, niemand hat sich daran gestoert. Reden, aus dem Fenster schauen, immer mal wieder was snacken, von den vielen fliegenden Haendlern die Chai, Samosas, Reis, Tomatensuppe und vieles mehr anbieten. Extrem billig und sehr fein! Auch Buecher, Zeitungen und allerhand Praktisches gibt es zu kaufen. Nicht zu vergleichen mit der SBB Minibar... Sie preisen es auch in aller Lautstaerke an, zum Teil ist es fast schon ein Gesang, aber nie stoerend laut, alles entspannt und im Fluss...
Wir haben fast ununterbrochen gegessen, auch weil unsere Nachbarinnen uns staendig etwas von ihrem Lemonreis, Sesambaellchen und anderen Leckereien anboten. Die Zeit verging wie im Flug! Eine unserer Mitfahrerinnen fuhr zusammen mit ihrer Mutter zu der Hochzeit eines Freundes. Neethu ist ihr Name und ihre Religion ist Hinduismus. Als sie sah, dass ich mein Buch auf meinen Fuessen hatte, erklaerte sie mir, dass ich es besser woanders hintun soll. Die Fuesse gelten im Hinduismus als unrein und Saraswati, die Goettin der Weisheit, Musik und Kunst ist nicht begeistert ueber Buecher auf Fuessen. Eigentlich habe ich das ja gewusst, nur nicht bewusst darauf geachtet. Es war spannend, mit Neethu zu plaudern und schon bald erreichten wir Canacona. Der einzige Rikshaw-Driver hat uns zuerst einen ziemlich hohen Preis vorgeschlagen, um uns ins ca. 10 km entfernte Agonda zu bringen. Ich hatte die Telefonnummer meiner schon reservierten Huette natuerlich nicht dabei :-) was das Ganze ja auch spannend macht! Nach einer holperigen Fahrt im naechtlichen Indien haben wir dann nach einigem Rumfragen meine neues Heim gefunden. So nah am Strand, dass, wenn ich im Bett liege, das Gefuehl habe, die Wellen rollen in die Huette... Wunderschoen und auch ein wenig gewoehnungsbeduerftig, vor allem, als mein Mitbewohner das Wort Tsunami erwaehnte. Inzwischen hab ich mich daran gewoehnt und geniesse das Rauschen der Wellen, das Kraechzen der Kraehen, das Bellen und Heulen der Hunde, das Gegrunze der Schweine und die ziemlich lauten indischen Feuerwerke, die fast jeden Abend abgelassen werden, fuer was, hab ich noch nicht rausgefunden...

Ich hab noch viel mehr zu erzaehlen, dass mach ich dann die naechsten Tage, es zieht mich an den Strand........

1 Kommentar:

  1. Meditation und Reisen zu verbinden, ist die Königsklasse des Tourismus, weil man doppelt bucht, für aussen und innen (Helge Timmerberg)

    :)

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