Mittwoch, 24. Februar 2010

Hanuman City

Seit gestern bin ich in Hampi - und es ist schon wieder so viel passiert seit dem letzten Blog...
Die drei letzten Tage in Agonda hab ich am Beach und mit Brendon verbracht. Am Sonntag sind
wir mit dem Motorbike - ja, umwelttechnisch nicht gerade schlau, wollte das am Anfang auch nicht,
dann hat aber die Abenteuerlust und Faulheit gesiegt (man koennte auch Velos mieten...) -nach
Margao gefahren, ca. 50 km von Agonda entfernt. Wir brauchten beide Zugtickets und gleichzeitig
wollten wir dies mit einem Ausflug nach Palolem verbinden.

Nach einer wunderschoenen Fahrt durch Dschungel, Reisfelder und Huegel, sind wir dann am
Bahnhof gelandet und haben, fuer indische Verhaeltnisse, relativ schnell unsere Tickets in der
Hand gehalten. Vor uns stand eine Gruppe junger Maenner, die uns aber netterweise vorgelassen haben.
Der Schalter hat um 14:00 geschlossen und es war 13:45 als wir dran waren.. Die Jungs wurden
dann abgewiesen, obwohl sie schon so lange dort gestanden sind, alle dicht aneinandergedraengt, und es
hatte genuegend Platz... Das ist anders als bei uns... Die Leute suchen die Naehe und auch die Maenner
halten Haendchen und lehnen sich aneinander an, schlafen zu zweit in einem engen Bett, um sich nicht
allein zu fuehlen.

Nach einem sehr scharfen Lunch haben wir uns in dem schoenen Stadtgarten von Marao unter einen Baum
gelegt und ein Mittagsschlaefchen gehalten. War schoen, wieder mal auf einer Wiese zu liegen, die sind rar
hier. Die Fahrt zurueck haben wir immer wieder mit Fotos-knipsen unterbrochen, wunderschoenes Licht am
spaeten Nachmittag, die Reisfelder leuchten in sattem gruensten Gruen und die farbigen Saris der Frauen
geben einen wunderschoenen Kontrast dazu. Auch die heiligen Kuehe sind natuerlich ein begehrtes Foto-
motiv, speziell wenn eine ganze Herde durch den Fluss stapft, gefuehrt von einer alten, kleinen, zerbrechlich
wirkenden Frau, mit immer noch sehr viel Power!

In Palolem angekommen, war ich von den vielen Shops begeistert, hab bis jetzt noch nichts gekauft, ausser
einer Hose. Drum kam ich ziemlich schnell ins 'Fieber' - Brendon weniger... Haben uns dann fuer einen
Moment getrennt, ich wollte in Ruhe schauen und er nicht :-)
Nachdem ich eine Lektion in 'was ist Silber und was nicht' erhalten hatte und nun zwei Fussketteli habe - eins
in Silber, hoffe ich!, und das andere nicht - war ich auch bereit fuer einen bequemen Sitzplatz und einen fresh Juice.
Im 'Vegan Blue Planet' Restaurant hab ich dann gleich zwei runtergekippt, C.O.G (Carotte-Orange-Ginger) und Joghurt-Kiwi, mmmhhh!

Mit der Muedigkeit von der Fahrt und allen Erlebnissen und guten, tiefen Gespraechen mit meinem Compagnon,
kamen diverse Gedanken in my Mind, mit denen ich nicht gerechnet hatte und dies brachte mich ein wenig
durcheinander... Ich fuehl mich so gut hier, so frei und doch so fokussiert auf dieser Reise - going with the Flow und gleichzeitig meinen Weg! Und dies gibt mir zu denken, ich hab im Moment so kein Heimweh und fuer einen Moment hab ich alle meine Plaene in Frage gestellt. Dies bin ich mir nicht gewoehnt, meine Gedanken haben mich ueberrumpelt.
Spaeter, nachdem wir etwas im Bauch hatten, sind wir in einen Bookshop reinspaziert und haben Krishna kennengelernt, der Besitzer. Dies hat dem Abend gleich nochmal eine Wende gegeben, denn er ist 10 Jahre als Saddhu durch Indien gezoen, hat von seinem Guru gelernt und weiss unheimlich viel ueber Tantra und Yoga.
Er hat uns Geschichten von Hanuman erzaehlt, uns ueber die Notwendigkeit der morgendlichen Dusche vor dem Yoga aufgeklaert - auch um 4:00 morgens im Himmalaya - und uns mit seiner charismatischen Art einfach gefesselt! Wir haben schlussendlich beide das Buch 'Meditation from the Tantras' von der Bihar School of Yoga gekauft - kann ich waermstens empfehlen!

Im Dunkeln sind wir dann die 10 km nach Agonda zurueckgefahren, ganz beschwingt...
Es ist schoen, zu spueren, dass man auf dem richtigen Weg ist! Das toent schon fast kitschig, ich weiss, ist aber einfach so! :-)

Der Abschied von Brendon war traurig, kann aber immer besser einfach den Moment geniessen und loslassen, bin stolz auf mich! Die Zugfahrt nach Hampi angenehm, das franzoesische Paerchen in meinem Abteil hat sein Kaese und Brot mit mir geteilt und in Anbetracht des Abschiedschmerzes hab ich mir dazu noch ein Glaeschen Portwein gegoennt - der erste Alkohol seit ich in Indien bin.

Hier in Hampibin ich in einem kleinen Family-Guesthouse, war mal wieder so eine spontane Entscheidung die sich als sehr gut herausgestellt hat. Bin die Strasse entlangspaziert mit meinem - jetzt leichteren, hab ein Paket nach Hause geschickt - Rucksack und konnte mich nicht fuer ein spezielles Guesthouse begeistern. Da hat mich ein Rikshawfahrer angesprochen und siehe da, der von ihm empfohlene Ort hat sich als wunderbar herausgestellt. Drei Franzosen, eine Russin, ein Maedel aus dem Allgaeu und Jan aus Hamburg sind meine Nachbarn. Die Waende sind farbig angemalt und die Familie kocht wunderbares indisches Fruehstueck. Nur haben sie mir nichts von meiner Mitbewohnerin erzaehlt... Eine Spinne, so gross wie meine Hand, zum Glueck mit relativ kleinem Koerper... Hab sie gestern vor dem ins Bett gehen entdeckt und dann spontan entschlossen, doch noch mein Moskitonetz aufzuhaengen. Ich hab gehofft, dass sie heute morgen noch am gleichen Ort ist... Natuerlich war sie verschwunden.
Als ich das der indischen Familie erzaehlt habe, haben sie gelacht und gesagt: India no problem! Tja... Hab mich entschieden, mit ihr in Frieden zu leben. Es gibt immer die Wahl, zu akzeptieren oder nicht und in diesem Fall bleibt mir nicht viel anderes uebrig. Fangen wuerde nur Stress bereiten und waere fraglich, ob sie dann nicht einfach irgendwo in meinen Sachen untertaucht und wenn ich sie rausbringen koennte, kaeme sie wahrscheinlich eh wieder rein. So werde ich ihr gut zureden...


4 Kommentare:

  1. ciao alex

    han de artikel une ide zeit online grad glese und denkt er chönt uf din yogiblog passe...

    http://www.zeit.de/reisen/2010-02/interview-poeppel-stille

    liebe gruess
    thöme

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  2. hoi alex

    ich lise dini iträg immer gern, muen amel au schmunzle über dini gschichte...
    de baila gahts guet, häsch d'föteli gseh? und de clitty lauft au wie gschmiert. es git denn e lohnerhöchig wenn hei chunsch ;-)
    dini poscht bini au am verwalte und d'noemi hani au scho troffe.
    ales in butter im schwiizerländle :-)

    schick der en riese schmatz!

    ps. ez gahni zu de rahel go singe...

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  3. apropos baila... sie hät ez au en heisse vintage stuhl. check it out! http://www.bikeporn.ch

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  4. huhu Alex
    Schön dini iträg zläse. Da bechuntme richtig lust über zum reise. Mir gönd ja au bald, in 28 täg isch es so wiit... dänn ab id philippine und borneo :-)

    Freu mich uf jede fall uf die nächschte ihträg vo dir... wänn das so wiiter gaht, wird die nächschte reis nach indie müesse gha...

    Danke für dini Yoga ahleitig, aber bis jetzt hani mi nonig so richtig chöne dehinter chleme... isch nit s'gliiche ohni lehrerin.

    Liebe Gruess
    Marc

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