
Goettin der Kraft, des Wissen, des Handelns & der Weisheit
Om Namah Shivaya
Die Tage hier in Rishikesh sind wunderbar, zauberhaft! Sie sind voll von schoenen Momenten und spannenden Begegnungen. Ich treffe die verschiedensten Leute genau dann, wenn es sinnvoll ist, zumindest von meiner Sicht aus.
Jede Situation, sei es ein Gespraech mit einer Person oder eine Begegnung mit einer Kuh auf der Strasse, fuegt sich so schoen in meinen Fluss ein. Dies hat natuerlich auch mit meiner Wahrnehmung zu tun, mit dem spirituellen Fortschritt, den ich hier mache. Seit dem Retreat in Goa stehe ich jeden Morgen um 6, halb 7 auf, mache meine Asanas, Pranayama und meditiere. Davor dusche ich, dies hat mir Krishna - ein Inder, der Tantriker ist und 15 Jahre als Sadu durch Indien gereist ist - erklaert. 'The cleanliness is one of the first things in Yoga. You want to clean yourself inside through Asanas, Pranayama and Meditation, therefore, you must start to clean yourself outside as well. And it's the laziness, which stops a lot of people from doing it. Once you've done it, you will feel the difference.' Und es stimmt fuer mich, es macht einen Unterschied. Das Meditieren tut mir so gut, und je mehr ich es uebe, desto besser gefaellt es mir. Es erdet mich, gibt mir innere Ruhe und laesst mich die richtigen Entscheidungen treffen. Und dies fuehrt dazu, dass alles so schoen fliesst.
Ich habe im Retreat von Richard die 'muehelose Meditation' gelernt - da fokussier ich zuerst die aeusseren Geraeusche, wie Vogelgezwitscher, Wellen, Rikshaws usw. Dann nehm ich meine Gedanken wahr, lustigerweise sind dann ploetzlich keine mehr hier... Und als letztes richte ich meine Aufmerksamkeit auf mein Inneres.
Bei Rachel haben wir 'Arohan Awarohan'-Meditation gelernt, was soviel bedeutet wie 'aufsteigend=arohan' und 'absteigend=awarohan. Dies bezeichnet den Energiefluss, den ich von Muladhara-Chakra ueber die Vorderseite des Koerpers durch das Hals-Chakra zu Bindu leite und durch Vishuddha-Chakra (=Hals-Chakra) ueber die Rueckseite des Koerpers zurueck zum Wurzel-Chakra.
Heute Abend probiere ich mal Osho-Meditation aus, da gibt's gleich bei mir um die Ecke einen Ort, den ich heute entdeckt habe. Auch einen guten Yogalehrer hab ich gefunden, dies ist nicht mal so einfach hier, weil das Angebot so riesig ist und oft auch nicht wirklich professionell. Er unterrichtet morgens von 6-8, in einem Ashram 5 Minuten von meinem Guesthouse. Das ist eine gute Abwechslung von meiner eigenen Praxis und schoen, zusammen mit anderen Leuten zu praktizieren.
Nachdem ich heute mit meinen Nachbarn, einem Paar aus Kalifornien, Z'morgen gegessen habe, bin ich an den Ganges runter, hab ein Chai getrunken, Tagebuch geschrieben und mich dann auf einen Felsen gelegt und gelesen. Als mich die Sonne dann genuegend aufgewaermt hatte, hab ich ein Bad genommen, mit Sarong. Bikini ist nicht so angesagt hier, zumindest nicht, wenn man nicht von indischen Maennern umrundet angestarrt werden will.
Vorgestern war ich auf einer 6-stuendigen Wanderung mit Gandalph, einem 60-jaehrigen Deutschen, der schon eine ganze Weile in Indien lebt und die Gegend und speziell die Berge gut kennt. Wir waren zu viert, Simon, ein sympatischer, 40-jaehriger Englaender und Anata, eine ganz liebe, 55-jaehrige Deutsche, die frueher im Oshoashram gelbt hat. Ueber Dschungelwege gings den Berg hoch, durch kleine Doerfer und Reisfelder nach Kunjapuri, 1676m u.M. wo ein Durgatempel auf dem Gipfel ist. Es war wunderschoen und trotz einiger Anstrengung in der Hitze eine Erholung, mal so richtig in der Natur zu sein. Umso deftiger dann die Luft unten in Rishikesh, wo wir nach einer halbrecherischer Busfahrt angekommen sind - Gandalph und Anata haben es so richtig genossen, ueber die 'Strasse zu fliegen', Simon und ich brauchten eine Weile, uns daran zu gewoehnen, dass der Fahrer den Bus mit 100 km/h auf der kurvigen Bergstrasse mit abruptem Bremsen und Ausweichen zwecks Vermeiden eines Crashes mit den Fahrzeugen der Gegenfahrbahn, lenkte. Nach einer Weile hab dann auch ich mich dem Achtibahngefuehl hingegeben.
Nach einer Dusche bin ich ins 'Green Cafe', den Koch kenn ich von Goa und er kocht gutes, ayurvedisches Essen.
Dort sassen ein paar Leute in einem Kreis um ein Feuer und nach dem feinen Pumpkin-Curry haben wir, begleitet von Gitarre und Violine, alle zusammen gesungen, bis ich dann muede und gluecklich schlafen gegangen bin.
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