Mother Ganga
Die Tage hier am Ganges fliessen nur so vorbei und die Zeit ist zu kostbar,
um zu oft im Internet zu sitzen. Und der Strom steigt auch immer mal wieder
aus, so dass es eine gute Ausrede ist, stattdessen an den Ganges zu sitzen
oder ein Chai zu trinken...
Die Kumbha Mela ist in vollem Gange und am 15. und 16. waren zwei der grossen
'Badetage'. Das heisst, das hunderte von Sadhus in einer festlichen Zeremonie im
Ganges zusammen ihr Bad nehmen, dazu natuerlich alle Menschen, die aus ganz
Indien und der ganzen Welt nach Haridwar gereist sind, um sich an diesem speziellen
Moment mit dem heiligen Wasser von Mutter Ganga zu waschen.
Simon aus Manchester - ein ganz lustiger englischer Dialekt hat er, ich versteh ihn fast nicht,
aber es toent schoen :-) - den ich beim Wandern kennengelernt habe, und ich haben den Tag
um 5:30 gestartet und beim ersten Chai am Busbahnhof auf einen Bus nach Haridwar gewartet.
Und da kam er auch schon, vollgestopft mit Leuten bis unters Dach, da gabs kein langes Ueber-
legen, ein Sprung auf die Trittflaeche und ab die Post. Netterweise durfte ich sogar einen der begehrten
Sitzplaetze haben, Frauenbonus! Wobei mir dies nicht recht war, die kleinen Kinder und alten Leute
haetten den Sitz mehr verdient, aber es war praktisch unmoeglich, sich irgendwie zu bewegen.
In Haridwar angekommen, haben wir am dem Hauptghat (Treppen, die ins Wasser fuehren, zum Baden)
zusammen mit vielen anderen Menschen auf die Babas gewartet. Und dies war alles andere als langweilig,
waren doch die meisten Leute damit beschaeftigt, ein kurzes Bad im heiligen Ganges zu nehmen, sich
abzutrocknen oder sich in der Menschenmenge irgendwie umzuziehen, was fuer Frauen in einem Sari nicht so einfach ist... Und auch wir sind dann kurz abgetaucht, auch wenn wir jeden Tag in Rishikesh im Ganges baden,
war dies doch ein spezieller Moment an einem speziellen Ort. Die Polizei hat dann angefangen die Leute mit
ihrem Pfeifkonzert in eine bestimmte Richtung zu draengen, aber irgendwie planlos, mal hier-, mal dorthin...
Aber alles relativ friedlich und als dann die Babas ueber die Bruecke spaziert sind, zu hunderten, konnte man
nur noch staunen! Sie haben relativ kurz ihr Bad genommen und sind dann wieder verschwunden, in die Camps
und die Strassen von Haridwar, in denen wir einen farbigen, froehlichen Tag verbracht haben. Wir sind durch die Gassen geschlendert, haben Sweets gegessen, mit Leuten geredet, uns vor einem crazy Bull (maennliche Kuh) in
Sicherheit gebracht, diverse Poojas gesehen, mit Babas gelacht, fotografiert und gepost, Lassi getrunken und sind
am Abend muede und voll von Eindruecken zurueck nach Rishikesh.
Die letzten Tage waren voll von Yoga, Osho-Meditation, Satsang und baden im Ganges. Gestern sind Simon und ich dann von unserem Lehrer zu Sannyasins geweiht worden, welch eine Ehre! Wir haben getanzt und unsere Malas eingeweiht (Mala= Gebetskette), die er dann jedem von uns feierlich um den Hals gehaengt hat, zusammen mit dem Zertifikat, dass den Sannyasin-Namen enthaelt. Sannyasin bedeutet im traditionellen Sinne das aufgeben aller weltlichen Sachen und Enthaltung. Aber nicht bei Osho :-)
Danach wurden wir mit feinem indischen Essen verwoehnt, ein ganz spezieller Abend! Mein Name ist Prem Rachana,
Prem bedeutet Liebe und Rachana bedeutet Kreativitaet.
Ja, ist wie immer nur ein Bruchteil von meinen Erlebnissen, hoffe Euch damit ein wenig Reiselust und Abenteuer in die Stube zu bringen!
Hari Om!
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